Pensionskasse

    BVG & Pensionskasse unter Druck: Was nach der Abstimmung 2025 gilt

    Die Vorlage zur Reform des beruflichen Vorsorgegesetzes (BVG) wurde 2025 von Stimmbevölkerung und Ständen abgelehnt. Die strukturellen Probleme – Demografie, Umwandlungssätze, Ertragsumfeld – bleiben. So argumentieren Sie in Beratungsgesprächen faktenbasiert.

    Milion Mohamed
    12. April 2026
    17 Min. Lesezeit

    Warum die PK allein oft nicht «sicher» ist

    Die berufliche Vorsorge basiert auf langfristigen Annahmen (Rendite, Sterbetafeln, Umwandlungssätzen). Wenn diese Parameter ungünstiger werden, sinken die versprochenen Renten – selbst wenn Arbeitgebende und Arbeitnehmende regelmässig einzahlen. Das ist kein Versagen einzelner Kassen allein, sondern Systemlogik.

    Beratungsansatz ohne Pauschalurteil

    Statt «die PK reicht nicht» pauschal zu behaupten, lohnt der Abgleich mit dem Vorsorgeausweis: Altersguthaben, Umwandlungssatz, projektierter Rente, Einkaufsmöglichkeiten, freiwilliges Einkaufen. Unsere Artikel zu Umwandlungssatz und Mindestzinssatz helfen beim Verständnis.

    Wo die Säule 3a ins Spiel kommt

    Wo die zweite Säule strukturell knapp wird, bietet die Säule 3a steuerlich geförderten Spielraum mit eigener Liquidationslogik. Eine Marktorientierung Säule 3a und ein Blick auf Pensionskassen ergänzen sich.

    Ausblick

    Weitere politische Anläufe zur BVG-Anpassung sind wahrscheinlich. Für Vertrieb heisst das: Prozesswissen pflegen, Kunden auf Ausweisdaten führen und private Ergänzung evidenzbasiert begründen.

    Demografie und «Renten in der Umlage»

    Die berufliche Vorsorge steht zwischen Kapitaldeckung, biometrischen Annahmen und dem Wunsch der Versicherten nach planbaren Renten. Wenn die Bevölkerung älter wird und die Zinsstruktur tief bleibt, steigen die Spannungen zwischen heutigen Zusagen und morgiger Rendite – ohne dass einzelne Kassen «schlecht» gewirtschaftet hätten.

    Was Versicherte konkret auf dem Ausweis prüfen sollten

    1. Projektionszinssatz vs. realistische Ertragserwartung.
    2. Umwandlungssatz und Sensitivität bei längerem Leben.
    3. Überobligatorium und freiwillige Einkäufe.
    4. Teuerungsanpassungen für laufende Renten (Risiko vs. Altersleistungen).
    5. Wechsel des Arbeitgebers und Übertragungsgeschichte.

    Teilzeit und Koordinationsabzug als Beschleuniger

    Viele PK-Probleme manifestieren sich erst über Jahre geringerer versicherter Löhne. Verknüpfen Sie das Thema mit Teilzeit-Vorsorge und Koordinationsabzug, um nicht nur «die PK» zu beschuldigen, sondern strukturelle Hebel zu benennen.

    3a als Ergänzung – Massstab anlegen

    Die Säule 3a ersetzt keine PK-Logik, kann aber Lücken bei Kaufkraft und Flexibilität schliessen. Ein sinnvoller Massstab ist: Wie viele Jahre will die Person voraussichtlich leben von der Rente, und welche Ausgaben sind fix vs. variabel? Ohne grobe Budgetierung bleibt jede PK-Zahl abstrakt.

    Psychologie: «Abgelehnte Reform» verstehen

    Stimmbürgerinnen lehnen oft Pakete ab, nicht weil sie «gegen Vorsorge» sind, sondern weil Verteilungswirkungen unklar erscheinen. In Beratungsgesprächen hilft, die Abstimmung vom individuellen Nutzen zu entkoppeln und stattdessen auf weiterhin geltende Rahmenbedingungen zu fokussieren.

    PK-Ausweis verstanden – und was tun?

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