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    Berufliche Vorsorge

    Pensionskassen vergleichen: Die vier Kennzahlen, die über Ihre Rente entscheiden, mit Rechenbeispiel

    1'292 Pensionskassen verwalten in der Schweiz über 1'200 Milliarden Franken, und sie arbeiten sehr unterschiedlich: 2025 verzinsten die schwächsten zehn Prozent die Guthaben mit 2 Prozent, die besten mit über 9 Prozent. Für dieselbe Person macht das im Rechenbeispiel CHF 725 Rente pro Monat aus. Mit vier Kennzahlen erkennen Sie, wo Ihre Kasse steht.

    Milion Mohamed
    Aktualisiert am 14. September 2026
    11 Min. Lesezeit

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    Frage 1 von 40%

    Haben Sie in den letzten fünf Jahren die Pensionskasse gewechselt?

    Kurz erklärt: So vergleichen Sie Pensionskassen

    Kurzantwort: Nehmen Sie den Vorsorgeausweis und den Geschäftsbericht Ihrer Kasse und prüfen Sie vier Zahlen: den Deckungsgrad (unter 100 Prozent droht Sanierung), die Verzinsung der Altersguthaben der letzten fünf Jahre (Massstab: der Schnitt von 4.7 Prozent im Jahr 2025 und der BVG-Mindestzins von 1.25 Prozent), den umhüllenden Umwandlungssatz mit 65 (Schnitt 5.3 Prozent) und die Kosten (Verwaltung pro Person und Vermögensverwaltung in Prozent). Liegt Ihre Kasse bei zwei oder mehr Kennzahlen deutlich unter dem Schnitt, lohnt sich das Gespräch mit Arbeitgeber und Vorsorgekommission, und die eigene Vorsorge in der Säule 3a wird wichtiger.

    Die Zahlen 2026: So sieht der Markt aus

    KennzahlWertQuelle und Bedeutung
    Anzahl Pensionskassen1'292 (2024), Bilanzsumme CHF 1'220 MilliardenBFS Pensionskassenstatistik; die Zahl der Kassen sinkt seit Jahren, die grossen Sammelstiftungen wachsen.
    Deckungsgrad privatrechtliche Kassen Ende 2025119.6 % im SchnittSwisscanto Pensionskassenstudie 2026; unter 100 % ist eine Kasse in Unterdeckung.
    Verzinsung der Altersguthaben 20254.7 % im Schnitt; schwächste 10 % der Kassen 2 %, beste 10 % 9.25 %; Spanne 1.25 bis 17 %Swisscanto Pensionskassenstudie 2026; über fünf Jahre trennen die besten und schwächsten Kassen 26 Prozentpunkte.
    BVG-Mindestzins 20261.25 %Bundesrat; gilt für das Obligatorium, das Überobligatorium verzinst die Kasse frei.
    Nettorendite der Kassen 20256 % im SchnittSwisscanto Pensionskassenstudie 2026; was davon bei den Versicherten ankommt, zeigt die Verzinsung.
    Umwandlungssatz umhüllend5.30 % im Schnitt (2024); gesetzlich 6.8 % nur auf dem ObligatoriumSwisscanto Pensionskassenstudie 2025; Details unter Umwandlungssatz.
    Verwaltungsaufwand pro aktiv versicherte PersonCHF 224 pro Jahr (2023)BFS; Sammelstiftungen mit vielen kleinen Anschlüssen liegen oft höher.
    Vermögensverwaltungskosten0.43 % der Bilanzsumme (2023)BFS; jede Kasse muss die Kosten und die Kostentransparenzquote im Anhang ausweisen.
    Kapitalbezug bei Pensionierung51 % der Altersguthaben (2025)Swisscanto Pensionskassenstudie 2026; mehr als die Hälfte des Geldes wird als Kapital bezogen.

    Die vier Schlüsselkennzahlen und ihre Richtwerte

    1. Deckungsgrad: Hat die Kasse genug Geld?

    Der Deckungsgrad setzt das Vermögen ins Verhältnis zu allen laufenden und künftigen Verpflichtungen. Über 115 Prozent hat die Kasse volle Wertschwankungsreserven und kann Überschüsse verteilen; zwischen 100 und 110 Prozent ist sie solide, aber ohne Puffer; unter 100 Prozent ist sie in Unterdeckung und muss sanieren, mit Sanierungsbeiträgen von Arbeitgeber und Angestellten und einer Verzinsung unter dem Mindestzins. Achten Sie zusätzlich auf den technischen Zinssatz: Je tiefer er ist, desto vorsichtiger sind die Verpflichtungen bewertet, und desto belastbarer ist der Deckungsgrad. Öffentlich-rechtliche Kassen mit Staatsgarantie dürfen unter 100 Prozent liegen.

    2. Verzinsung: Was von der Rendite bei Ihnen ankommt

    Die Kasse erzielt eine Rendite und schreibt den Aktiven einen Zins gut; die Differenz füllt Reserven oder finanziert die Renten. 2025 lag die Verzinsung im Schnitt bei 4.7 Prozent, aber die schwächsten zehn Prozent der Kassen gaben nur 2 Prozent weiter. Vergleichen Sie fünf Jahre, nicht eines: Wer über die Jahre konstant über dem Schnitt liegt, hat eine gute Anlagestrategie und gesunde Reserven.

    3. Umwandlungssatz: Wie viel Rente das Guthaben ergibt

    CHF 100'000 Guthaben ergeben mit 6.8 Prozent CHF 6'800 Jahresrente, mit 5.3 Prozent nur CHF 5'300. Das gesetzliche Minimum von 6.8 Prozent gilt nur für das Obligatorium; umhüllende Kassen rechnen auf dem ganzen Guthaben mit rund 5.0 bis 5.8 Prozent. Massgebend ist der Satz im Reglement, und der steht auf dem Vorsorgeausweis. Prüfen Sie auch die angekündigten Senkungen und die Sätze für eine Frühpensionierung.

    4. Kosten: Verwaltung und Vermögensverwaltung

    Der Verwaltungsaufwand pro Person lag 2023 im Schnitt bei CHF 224; unter CHF 200 ist günstig, über CHF 400 teuer. Die Vermögensverwaltungskosten betrugen im Schnitt 0.43 Prozent des Vermögens; unter 0.3 Prozent ist günstig, über 0.7 Prozent teuer. Beide Zahlen stehen im Geschäftsbericht, ebenso die Kostentransparenzquote: Liegt sie unter 100 Prozent, gibt es Anlagen, deren Kosten die Kasse nicht kennt.

    Rechenbeispiel: dieselbe Karriere, zwei Kassen

    Sandra, 45, verdient CHF 90'000, hat CHF 150'000 Altersguthaben und arbeitet bis 65. Beide Kassen versichern das BVG-Obligatorium mit Sparbeiträgen von 15 Prozent (bis 54) und 18 Prozent (ab 55) auf dem koordinierten Lohn von CHF 63'540. Der Unterschied liegt nur in den Kennzahlen.

    KennzahlKasse AKasse B
    Deckungsgrad102 %118 %
    Verzinsung der Altersguthaben, Annahme für 20 Jahre2.0 %3.5 %
    Umwandlungssatz mit 655.0 %5.5 %
    Verwaltungsaufwand pro PersonCHF 350CHF 200
    Sparbeiträge über 20 Jahre (in beiden Kassen gleich)CHF 209'682CHF 209'682
    Altersguthaben mit 65CHF 475'343CHF 590'364
    Rente pro MonatCHF 1'981CHF 2'706
    Unterschied über 20 RentenjahreCHF 725 pro Monat, CHF 174'000 insgesamt
    Zusatzrisiko Kasse A: Sanierungsbeitrag 1 % des versicherten LohnsCHF 635 pro Jahrkeiner

    Die Verwaltungskosten fallen kaum ins Gewicht, CHF 3'000 über 20 Jahre; Verzinsung und Umwandlungssatz entscheiden. Deshalb gehört die Pensionskasse in die Bewertung jedes Jobangebots, gleich neben den Lohn. Wer in einer schwachen Kasse ist, gleicht mit der Säule 3a aus: CHF 7'258 pro Jahr über 20 Jahre zu 2 Prozent ergeben rund CHF 180'000, siehe 3a-Vergleich. Was Ihre eigene Pensionskassenrente an Lücke offen lässt, rechnet der Rechner unten.

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    So lesen Sie Ihren Vorsorgeausweis

    Der Vorsorgeausweis kommt jedes Jahr per 1. Januar. Diese Positionen brauchen Sie für den Vergleich:

    • Versicherter Lohn: Bruttolohn abzüglich Koordinationsabzug (CHF 26'460), sofern die Kasse nicht mehr versichert; Details unter Koordinationsabzug.
    • Altersguthaben, aufgeteilt in obligatorisch und überobligatorisch; nur der obligatorische Teil ist durch Mindestzins und 6.8 Prozent geschützt.
    • Sparbeiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer; mehr als die gesetzlichen 7 bis 18 Prozent und ein Arbeitgeberanteil über der Hälfte sind Pluspunkte.
    • Voraussichtliches Altersguthaben und Rente mit 65, oft mit zwei Zinsannahmen; hier steht der umhüllende Umwandlungssatz.
    • Risikoleistungen: Invalidenrente, Ehegatten- und Partnerrente, Waisenrente, Todesfallkapital; bei Familien mit Hypothek wichtiger als die Verzinsung.
    • Einkaufspotenzial: Der Betrag, den Sie steuerlich abziehbar einzahlen können; lohnend vor allem in gut finanzierten Kassen mit hoher Verzinsung, siehe Pensionskasse einkaufen.
    • Deckungsgrad und Verzinsung des Vorjahres: Viele Ausweise nennen sie in der Fusszeile; sonst stehen sie im Geschäftsbericht.

    Fünf Fragen an Ihren Arbeitgeber oder die Vorsorgekommission

    1. Wie hoch ist der Deckungsgrad, und wie hat er sich in den letzten fünf Jahren entwickelt?
    2. Wie hat die Kasse die Altersguthaben in den letzten fünf Jahren verzinst, verglichen mit dem Schnitt der Swisscanto-Studie?
    3. Welcher umhüllende Umwandlungssatz gilt mit 65, und sind Senkungen beschlossen?
    4. Wie hoch sind Verwaltungsaufwand pro Person und Vermögensverwaltungskosten, und wie hoch ist die Kostentransparenzquote?
    5. Gibt es Wahlpläne (höhere Sparbeiträge, 1e-Plan für Löhne über CHF 136'080), und wann wurde der Anschluss zuletzt ausgeschrieben?

    Pensionskasse wechseln: Was geht?

    Als Angestellte wählen Sie die Kasse nicht selbst; der Anschluss ist Sache des Arbeitgebers. Einfluss haben Sie über die paritätische Vorsorgekommission, in der Arbeitnehmende die Hälfte der Sitze halten und eine Ausschreibung verlangen können, über ein sachlich vorbereitetes Gespräch mit der Geschäftsleitung und beim Stellenwechsel, bei dem die neue Kasse Teil des Angebots ist. Beim Wechsel nehmen Sie das ganze Guthaben mit; was dabei zu beachten ist, steht in der Checkliste zum Jobwechsel.

    Als Unternehmerin oder Unternehmer wählen Sie zwischen Sammelstiftungen von Versicherern (Vollversicherung mit Garantie, dafür tiefere Verzinsung), teilautonomen Sammelstiftungen (Anlagerisiko bei der Stiftung, höhere Renditechancen) und Verbandslösungen. Der Anschlussvertrag hat Kündigungsfristen, meist sechs Monate auf Jahresende, und der Wechsel braucht die Zustimmung des Personals. Wie KMU die Kasse wählen, erklärt Vorsorge für KMU; das Angebot dazu steht unter KMU-Vorsorge.

    Häufige Fehler beim Vergleich

    • Nur ein Jahr anschauen: Eine einmalig hohe Verzinsung sagt wenig; fünf Jahre und der Deckungsgrad zusammen zeigen die Substanz.
    • Mit 6.8 Prozent rechnen: Der gesetzliche Satz gilt nur für das Obligatorium; entscheidend ist der umhüllende Satz im Reglement.
    • Deckungsgrade ohne technischen Zins vergleichen: 105 Prozent bei 1.5 Prozent technischem Zins sind mehr wert als 110 Prozent bei 2.5 Prozent.
    • Vollversicherung mit Sammelstiftung gleichsetzen: Die Garantie der Vollversicherung kostet Rendite; für junge Belegschaften ist eine teilautonome Lösung oft besser.
    • Risikoleistungen übersehen: Für Familien zählt die Invaliden- und Partnerrente mehr als ein halbes Prozent Zins.
    • Einkauf in eine Kasse in Unterdeckung: Freiwillige Einkäufe tragen das Sanierungsrisiko mit; erst den Deckungsgrad prüfen.

    Häufige Fragen

    Wie vergleiche ich Pensionskassen?

    Anhand von vier Kennzahlen: Deckungsgrad, Verzinsung der Altersguthaben über fünf Jahre, umhüllender Umwandlungssatz und Kosten. Die Werte stehen im Vorsorgeausweis und im Geschäftsbericht; als Massstab dienen die Durchschnitte der Pensionskassenstudien: Deckungsgrad 119.6 Prozent Ende 2025, Verzinsung 4.7 Prozent 2025, Umwandlungssatz 5.3 Prozent, Verwaltungsaufwand CHF 224 pro Person.

    Was ist ein guter Deckungsgrad?

    Über 115 Prozent bedeutet volle Wertschwankungsreserven, 100 bis 110 Prozent ist solide ohne Puffer, unter 100 Prozent ist Unterdeckung mit Sanierungsmassnahmen. Vergleichen Sie zusammen mit dem technischen Zinssatz: Ein tiefer technischer Zins macht den Deckungsgrad belastbarer.

    Was ist eine gute Verzinsung der Altersguthaben?

    2025 verzinsten die Kassen im Schnitt 4.7 Prozent; die schwächsten zehn Prozent gaben 2 Prozent weiter, die besten 9.25 Prozent. Der BVG-Mindestzins beträgt 1.25 Prozent. Gut ist eine Kasse, die über fünf Jahre konstant über dem Schnitt liegt, nicht eine mit einem einzelnen Spitzenjahr.

    Kann ich als Arbeitnehmer die Pensionskasse wechseln?

    Nicht direkt; der Anschluss ist Sache des Arbeitgebers. Sie können über die paritätische Vorsorgekommission eine Ausschreibung verlangen, mit der Geschäftsleitung sprechen oder beim Stellenwechsel auf die Kasse achten. Das Guthaben nehmen Sie bei jedem Wechsel vollständig mit.

    Wo finde ich die Kennzahlen meiner Pensionskasse?

    Im Vorsorgeausweis (Umwandlungssatz, Verzinsung, Guthaben), im Geschäftsbericht (Deckungsgrad, technischer Zins, Kosten, Kostentransparenzquote) und in den Erhebungen der Oberaufsichtskommission, des Bundesamts für Statistik und der Swisscanto Pensionskassenstudie. Die Kasse ist zur Auskunft verpflichtet.

    Was kostet eine Pensionskasse?

    Der Verwaltungsaufwand lag 2023 im Schnitt bei CHF 224 pro aktiv versicherte Person und Jahr, die Vermögensverwaltungskosten bei 0.43 Prozent der Bilanzsumme. Beide Posten werden aus Beiträgen und Rendite bezahlt. Über 20 Jahre wiegen sie weniger als ein halbes Prozent Verzinsung.

    Was bedeutet Unterdeckung für mich?

    Die Kasse muss sanieren: tiefere Verzinsung bis null, Sanierungsbeiträge von Arbeitgeber und Angestellten, in seltenen Fällen tiefere Umwandlungssätze für künftige Rentner. Laufende Renten sind geschützt. Bei einem Austritt in Unterdeckung kann die Kasse bei Teilliquidationen die Austrittsleistung kürzen.

    Sammelstiftung, Vollversicherung oder eigene Stiftung: Was ist für KMU besser?

    Die Vollversicherung garantiert Kapital und Zins, gibt dafür weniger Rendite weiter. Teilautonome Sammelstiftungen tragen das Anlagerisiko selbst und verzinsen meist höher, mit Sanierungsrisiko. Eine eigene Stiftung lohnt sich erst ab mehreren hundert Versicherten. Entscheidend sind Alter der Belegschaft, Risikofähigkeit des Betriebs und die vier Kennzahlen.

    Quellen

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