Pensionsplanung Checkliste: 15 Punkte vor der Pensionierung
Die Pensionierung gehört zu den grössten finanziellen Entscheidungen im Leben. Mit dieser strukturierten 15-Punkte-Checkliste stellen Sie sicher, dass Sie nichts vergessen.
Wann mit der Planung beginnen?
Eine sorgfältige Pensionsplanung beginnt idealerweise 10 Jahre vor der Pensionierung. Ab dem 55. Altersjahr sollten Sie die Weichen stellen: Einkäufe in die Pensionskasse tätigen, 3a-Konten staffeln und ein Budget für den Ruhestand erstellen. Spätestens 5 Jahre vorher werden die Entscheidungen konkret.
Die folgende Checkliste führt Sie systematisch durch alle relevanten Themen.
AHV – Die 1. Säule
1. AHV-Kontoauszug bestellen
Bestellen Sie bei Ihrer Ausgleichskasse einen individuellen Kontoauszug (IK). Dieser zeigt sämtliche registrierten Beitragsjahre und Einkommen. Lücken können die Rente empfindlich kürzen – pro fehlendes Beitragsjahr sinkt die AHV-Rente um rund 2,3 %.
2. AHV-Rente berechnen lassen
Beantragen Sie eine Renten-Vorausberechnungbei der AHV. Diese zeigt Ihnen die voraussichtliche Höhe Ihrer AHV-Rente. Die maximale Einzelrente beträgt CHF 2'450 pro Monat (Stand 2026), die maximale Ehepaarrente CHF 3'675.
3. Beitragslücken schliessen
Fehlende AHV-Beitragsjahre können innerhalb von fünf Jahren nachgezahlt werden. Prüfen Sie insbesondere Zeiten von Auslandaufenthalten, Studium oder Nichterwerbstätigkeit. Die Nachzahlung lohnt sich fast immer.
Pensionskasse – Die 2. Säule
4. Pensionskassenausweis analysieren
Studieren Sie Ihren Vorsorgeausweis im Detail: Wie hoch ist das aktuelle Altersguthaben? Welcher Umwandlungssatz wird angewendet? Wie hoch ist die projizierte Rente? Gibt es eine Unterscheidung zwischen obligatorischem und überobligatorischem Teil?
5. Kapital oder Rente – die Grundsatzfrage
Die Entscheidung zwischen Kapitalbezug (einmalige Auszahlung) und Rentenbezug (lebenslange monatliche Rente) ist eine der wichtigsten. Faktoren:
- Rente: Sicherheit, lebenslang garantiert, Hinterlassenenrente für Ehepartner (60 % der Altersrente), dafür nicht vererbbar und bei Tod verloren
- Kapital: Flexibilität, vererbbar, eigenverantwortliche Anlage, dafür Langlebigkeitsrisiko und Anlagerisiko
- Kombination: Viele Pensionskassen erlauben einen Teilkapitalbezug (z. B. 50 % Kapital, 50 % Rente)
Beachten Sie: Der Kapitalbezug muss bei vielen Pensionskassen mindestens drei Jahre im Voraus schriftlich angemeldet werden.
6. Freiwillige PK-Einkäufe prüfen
Einkäufe sind bis zum vollen reglementarischen Altersguthaben möglich und steuerlich voll absetzbar. Staffeln Sie die Einkäufe über mehrere Jahre. Beachten Sie die dreijährige Sperrfrist für Kapitalbezüge nach einem Einkauf.
Säule 3a – Die gebundene Vorsorge
7. 3a-Konten staffeln
Verteilen Sie Ihr 3a-Guthaben auf mehrere Konten (idealerweise 3–5 Konten). Jedes Konto wird in einem separaten Steuerjahr aufgelöst. So vermeiden Sie eine hohe Steuerprogression bei der Auszahlung. Im 3a-Vergleich finden Sie die besten Anbieter.
8. Anlagestrategie überprüfen
Je näher die Pensionierung rückt, desto konservativer sollte die 3a-Anlagestrategie sein. Schichten Sie aktienbasierte 3a-Vorsorgefonds schrittweise in risikoärmere Produkte um – idealerweise 3 bis 5 Jahre vor dem geplanten Bezug.
Budget und Finanzen
9. Budget für die Pensionierung erstellen
Stellen Sie Ihre voraussichtlichen Einnahmen (AHV, PK-Rente, 3a/3b-Kapital, Mieteinnahmen) den Ausgaben gegenüber. Rechnen Sie mit folgenden Faustregeln:
- Der Einkommensbedarf im Ruhestand beträgt typischerweise 70–80 % des letzten Nettolohns
- Die AHV und PK-Rente decken zusammen in der Regel 50–70 % des letzten Lohns ab
- Die Differenz muss aus privatem Vermögen (3a, 3b, Ersparnisse) gedeckt werden
10. Vorsorgelücke berechnen
Berechnen Sie mit unserem Rentenrechner die Differenz zwischen Ihrem Einkommensbedarf und den gesicherten Rentenleistungen. Falls eine Lücke besteht, planen Sie jetzt die Massnahmen: PK-Einkauf, 3a-Einzahlungen, zusätzliches Sparen.
Versicherungen
11. Krankenversicherung optimieren
Prüfen Sie Ihre Franchise. Im Ruhestand mit möglicherweise höheren Gesundheitskosten kann eine tiefere Franchise sinnvoll sein. Vergleichen Sie jährlich die Prämien und wechseln Sie wenn nötig den Anbieter.
12. Zusatzversicherungen überprüfen
Manche Versicherungen werden nach der Pensionierung überflüssig (z. B. Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Taggeldversicherung). Andere gewinnen an Bedeutung, etwa eine Pflegezusatzversicherung. Überprüfen Sie Ihr gesamtes Versicherungsportfolio.
Steuern und Recht
13. Bezüge steuerlich staffeln
Planen Sie die Auszahlungen von PK-Kapital und 3a-Konten über verschiedene Steuerjahre. In vielen Kantonen werden Kapitalauszahlungen von Ehepaaren zusammengerechnet – koordinieren Sie die Bezüge. Ein frühzeitiger Bezug ab 59/60 Jahren kann steuerlich vorteilhaft sein.
14. Testament und Vorsorgeauftrag erstellen
Ein Testament regelt die Verteilung Ihres Nachlasses. Ein Vorsorgeauftrag bestimmt, wer bei Urteilsunfähigkeit Entscheidungen für Sie trifft (Personensorge, Vermögenssorge, Rechtsverkehr). Beide Dokumente können eigenhändig verfasst werden, eine notarielle Beurkundung ist empfehlenswert. Besonders wichtig für Konkubinatspaare.
15. Wohnsituation überdenken
Prüfen Sie, ob Ihre aktuelle Wohnsituation auch nach der Pensionierung passt. Zu grosse Liegenschaften binden Kapital und verursachen Unterhaltskosten. Ein Umzug in eine kleinere Wohnung oder einen steuergünstigen Kanton kann die finanzielle Situation deutlich verbessern. Beachten Sie auch die Amortisation einer allfälligen Hypothek.
Fazit: Frühzeitig planen, systematisch vorgehen
Die Pensionierung ist komplex – aber mit einer strukturierten Checkliste behalten Sie den Überblick. Arbeiten Sie die 15 Punkte schrittweise ab, beginnen Sie mit dem AHV-Kontoauszug und dem Vorsorgeausweis. Lassen Sie sich für die komplexeren Themen wie Kapital-oder-Rente-Entscheid und Steueroptimierung professionell beraten.
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