Investieren

    Nachhaltig investieren mit Säule 3a – ESG & Impact

    Wie Sie Ihre Altersvorsorge nachhaltig anlegen, welche ESG-Fonds in der Schweiz verfügbar sind und ob grüne 3a-Strategien Rendite kosten.

    Convit Redaktion
    2. April 2026
    6 Min. Lesezeit

    Was bedeutet ESG in der Säule 3a?

    ESG steht für Environmental, Social, Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. In der Säule 3a bedeutet nachhaltiges Investieren, dass Ihr Vorsorgegeld gezielt in Unternehmen und Projekte fliesst, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Neben ESG gibt es verwandte Ansätze wie SRI (Socially Responsible Investing) und Impact Investing, die noch weiter gehen.

    Die Unterschiede kurz erklärt:

    • ESG-Integration: Nachhaltigkeitsfaktoren fliessen in die Anlageentscheidung ein, schliessen aber keine Branchen komplett aus.
    • Best-in-Class: Nur die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche werden aufgenommen – z.B. der sauberste Ölkonzern.
    • Ausschlussverfahren: Kontroverse Sektoren wie Waffen, Kohle oder Tabak werden vollständig ausgeschlossen.
    • Impact Investing: Das Kapital erzielt eine messbare positive Wirkung – etwa in erneuerbare Energien oder Mikrofinanz.

    Welche nachhaltigen 3a-Fonds gibt es in der Schweiz?

    Der Schweizer Markt für nachhaltige 3a-Lösungen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Praktisch alle grossen Anbieter führen heute mindestens eine ESG-Strategie:

    • VIAC: Bietet globale und Schweizer ESG-Strategien mit Aktienquoten von 20 % bis 99 %. Die Gesamtkosten (TER) liegen bei rund 0,40 % – deutlich unter dem Branchenschnitt.
    • frankly (ZKB): Nachhaltige Vorsorgefonds mit MSCI-ESG-Rating, Aktienquoten bis 95 %, TER ab ca. 0,45 %.
    • finpension: Individuelle ESG-Strategien mit über 30 Indexfonds zur Auswahl, TER ab 0,39 %.
    • Raiffeisen Futura: Hauseigene Nachhaltigkeitsfonds mit strengem Ausschlussverfahren und aktivem Engagement.
    • UBS Vitainvest: ESG-Varianten in verschiedenen Risikoprofilen, allerdings mit höheren Kosten (TER ca. 1,2 %).

    Merksatz

    Die Gebührenunterschiede zwischen nachhaltigen 3a-Anbietern betragen über 30 Jahre bis zu CHF 50'000. Ein Vergleich lohnt sich besonders bei ESG-Fonds, weil die TER-Spanne hier grösser ist als bei konventionellen Produkten.

    Performance: Kostet Nachhaltigkeit Rendite?

    Die häufigste Frage lautet: «Muss ich für Nachhaltigkeit auf Rendite verzichten?» Die Datenlage ist mittlerweile eindeutig: Über längere Zeiträume performen ESG-Strategien mindestens gleichwertig – oft sogar leicht besser als konventionelle Benchmarks.

    Eine Metastudie der Universität Hamburg aus 2025 analysierte über 2'000 Einzelstudien und kam zum Schluss: In rund 60 % der Fälle lieferten ESG-Anlagen eine höhere Rendite, in 30 % eine vergleichbare und nur in 10 % eine tiefere. Die Gründe dafür:

    • ESG-Unternehmen managen Risiken (Klima, Regulierung, Reputation) besser
    • Ausschluss von fossilen Energien hat in den letzten 10 Jahren positiv gewirkt
    • Gute Governance korreliert mit stabileren Erträgen

    In der Schweiz zeigt der Vergleich zwischen dem SPI ESG Index und dem regulären SPI über 5 Jahre eine nahezu identische Performance – bei leicht geringerer Volatilität des ESG-Index.

    Kosten: Worauf Sie achten müssen

    Nachhaltige Fonds waren früher deutlich teurer als konventionelle. Diese Lücke hat sich stark verkleinert, ist aber nicht verschwunden:

    • Günstigste ESG-3a-Lösungen: TER ab 0,39 % (finpension, VIAC)
    • Banklösungen: TER zwischen 0,80 % und 1,40 %
    • Konventioneller Durchschnitt: TER ca. 0,35 % (günstigste) bis 1,30 % (Banken)

    Der Aufpreis für Nachhaltigkeit beträgt bei den digitalen Anbietern nur noch 0,02 – 0,08 Prozentpunkte. Bei einer Einzahlung von CHF 7'258 pro Jahr über 30 Jahre macht dieser minimale Unterschied weniger als CHF 3'000 aus – ein vernachlässigbarer Betrag im Vergleich zum Gesamtertrag.

    So wechseln Sie zu einer nachhaltigen 3a-Lösung

    Der Wechsel ist einfacher als viele denken:

    • Schritt 1: Neues 3a-Depot bei einem nachhaltigen Anbieter eröffnen (online in 10–15 Minuten).
    • Schritt 2: Transferformular ausfüllen – der neue Anbieter übernimmt die Kommunikation mit Ihrer bisherigen Bank.
    • Schritt 3: Innerhalb von 2–4 Wochen wird das Guthaben übertragen. Keine steuerlichen Konsequenzen, kein Verlust des Steuerprivilegs.

    Wichtig: Beim Transfer von einer Banklösung zu einem Wertschriften-Depot wird das Geld zunächst liquidiert und beim neuen Anbieter neu angelegt. In volatilen Marktphasen kann das einen temporären Nachteil bedeuten. Planen Sie den Wechsel daher in ruhigen Marktphasen oder nutzen Sie einen gestaffelten Transfer.

    Greenwashing erkennen

    Nicht jeder Fonds, der sich «nachhaltig» nennt, verdient dieses Label. So schützen Sie sich:

    • Prüfen Sie das MSCI-ESG-Rating – mindestens «A» sollte der Fonds erreichen
    • Achten Sie auf die EU-SFDR-Klassifizierung (Artikel 8 oder 9 sind nachhaltig, Artikel 6 nicht)
    • Schauen Sie sich die Top-10-Positionen des Fonds an – sind Ölkonzerne oder Waffenhersteller enthalten?
    • Bevorzugen Sie Anbieter mit transparenter Ausschlussliste

    Fazit

    Nachhaltig investieren in der Säule 3a ist 2026 kein Kompromiss mehr. Die besten ESG-Fonds kosten kaum mehr als konventionelle Produkte, liefern vergleichbare Renditen und richten Ihr Vorsorgevermögen an Ihren Werten aus. Der Wechsel ist unkompliziert und steuerlich neutral. Ein unabhängiger Vergleich hilft Ihnen, den Anbieter zu finden, der am besten zu Ihrem Nachhaltigkeitsanspruch und Risikoprofil passt.

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