Säule 3a

    Säule 3a mit ETF: Die beste Anlagestrategie 2026

    Die Zinsen auf 3a-Sparkonten sind historisch tief. Wer langfristig vorsorgt, sollte über Wertschriften nachdenken – und dort sind ETFs die kostengünstigste Wahl. Ein Ratgeber zu Strategie, Kosten und Anbieterauswahl.

    Convit Redaktion
    4. April 2026
    9 Min. Lesezeit

    Warum Wertschriften statt Sparkonto?

    Auf einem klassischen 3a-Sparkonto erhalten Sie aktuell rund 0,5–1,0% Zins pro Jahr. Nach Abzug der Inflation bleibt real kaum etwas übrig. Die Säule 3a ist aber auf Jahrzehnte angelegt – wer 30 Jahre einzahlt, hat einen Anlagehorizont, der Schwankungen an den Aktienmärkten historisch betrachtet immer ausgeglichen hat.

    Ein Rechenbeispiel: Bei einer jährlichen Einzahlung von CHF 7'258 über 30 Jahre ergibt sich bei 1% Zins ein Endvermögen von rund CHF 254'000. Bei einer durchschnittlichen Rendite von 5% (typisch für ein diversifiziertes Aktienportfolio) wären es rund CHF 505'000 – fast das Doppelte. Der Unterschied von CHF 251'000 zeigt, wie wichtig die Anlageentscheidung ist.

    ETF vs. aktive Fonds: Der Kostenvergleich

    Der wichtigste Unterschied zwischen ETFs und aktiv verwalteten Fonds sind die Kosten. Die Total Expense Ratio (TER) zeigt die jährlichen Verwaltungskosten in Prozent des angelegten Vermögens:

    • ETFs (passiv): TER von 0,10–0,30% – der Fonds bildet einen Index wie den MSCI World einfach nach
    • Aktive Fonds: TER von 0,80–1,40% – ein Fondsmanager wählt die Titel aktiv aus

    Bei einem Vermögen von CHF 200'000 zahlen Sie mit einem ETF (0,2% TER) jährlich CHF 400, mit einem aktiven Fonds (1,1% TER) dagegen CHF 2'200. Über die gesamte Anlageperiode summieren sich diese Unterschiede zu Zehntausenden Franken – Geld, das Ihnen bei der Pensionierung fehlt.

    Schlagen aktive Fonds den Markt?

    Studien zeigen konsistent: Über einen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr schaffen es weniger als 10% der aktiven Fonds, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu schlagen. Und selbst die wenigen Outperformer lassen sich im Voraus kaum identifizieren. Ein breit diversifizierter ETF ist daher für die meisten Anlegerinnen und Anleger die bessere Wahl.

    Das richtige Risikoprofil wählen

    Die Aktienquote ist der wichtigste Hebel für Rendite und Risiko. In der Säule 3a sind Aktienquoten von 0% bis 99% möglich, je nach Anbieter. Die Wahl hängt vor allem vom Anlagehorizont und der persönlichen Risikotoleranz ab.

    Empfehlungen nach Alter

    • 25–40 Jahre (25+ Jahre bis Pensionierung): Aktienquote 60–99%. Sie haben genügend Zeit, Marktrückschläge auszusitzen. Historisch gesehen hat ein globales Aktienportfolio über 25 Jahre nie Verlust gemacht.
    • 40–50 Jahre (15–25 Jahre): Aktienquote 40–80%. Noch immer ein langer Horizont, aber eine gewisse Absicherung ist sinnvoll.
    • 50–55 Jahre (10–15 Jahre): Aktienquote 25–60%. Der Horizont wird kürzer, grosse Rückschläge sind schwerer aufzuholen.
    • 55–65 Jahre (unter 10 Jahre): Aktienquote 0–40%. Sicherheit gewinnt an Bedeutung. Wer das Kapital bald beziehen möchte, sollte schrittweise in Obligationen und Geldmarkt umschichten. Mehr zur Planung in unserem Artikel Pensionierung planen ab 50.

    Diversifikation: Nicht alles auf eine Karte

    Ein gutes 3a-ETF-Portfolio ist global diversifiziert. Ein einzelner ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World deckt bereits über 3'000 Unternehmen aus Dutzenden Ländern ab. Ergänzend können Schwellenländer-ETFs (Emerging Markets) und Schweizer Aktien-ETFs beigemischt werden.

    Eine typische Allokation für ein Wertschriften-3a-Portfolio mit 80% Aktienquote könnte so aussehen:

    • 50% globale Aktien: MSCI World oder FTSE Developed World
    • 15% Schwellenländer: MSCI Emerging Markets
    • 15% Schweizer Aktien: SPI oder SMI
    • 15% Obligationen: Schweizer Franken-Anleihen
    • 5% Immobilien: Schweizer Immobilienfonds

    Rebalancing: Warum es wichtig ist

    Im Laufe der Zeit verschieben sich die Gewichtungen im Portfolio: Wenn Aktien stark steigen, erhöht sich ihr Anteil automatisch über die Zielallokation hinaus. Rebalancing bedeutet, die ursprüngliche Verteilung wiederherzustellen – typischerweise einmal pro Jahr.

    Gute digitale 3a-Anbieter führen das Rebalancing automatisch durch, oft im Rahmen der monatlichen Einzahlungen. Bei klassischen Bankprodukten müssen Sie das häufig selbst anstossen.

    Anbietervergleich: Worauf achten?

    Bei der Wahl des 3a-Anbieters sollten Sie auf folgende Kriterien achten:

    • Gesamtkosten (All-in Fee): Neben der Produkt-TER fallen bei einigen Anbietern zusätzliche Depotgebühren, Transaktionskosten oder Verwaltungsgebühren an. Vergleichen Sie die Gesamtkosten.
    • Anlageuniversum: Werden echte ETFs eingesetzt oder hauseigene Indexfonds? Beides kann günstig sein, aber achten Sie auf die TER.
    • Flexibilität: Können Sie die Aktienquote frei wählen oder nur aus vordefinierten Strategien wählen?
    • Rebalancing: Automatisch oder manuell?
    • Wechselkosten: Ist ein Anbieterwechsel mit Gebühren verbunden?

    Einen detaillierten Vergleich der besten Anbieter finden Sie in unserem 3a-Vergleich.

    Steuerliche Vorteile der Säule 3a

    Unabhängig davon, ob Sie in ETFs oder auf ein Sparkonto einzahlen, geniessen 3a-Gelder dreifache Steuerprivilegien:

    • Einzahlung: Der Beitrag (max. CHF 7'258) ist vom steuerbaren Einkommen abziehbar.
    • Laufzeit: Erträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) sind während der Laufzeit steuerfrei.
    • Auszahlung: Das Kapital wird getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert.

    Besonders bei Wertschriftenlösungen ist der zweite Punkt entscheidend: Dividenden und Kursgewinne werden nicht jährlich besteuert, sondern erst bei Auszahlung – und dann zu einem vergünstigten Satz. Das beschleunigt den Zinseszinseffekt erheblich.

    Häufige Fehler vermeiden

    • Zu spät anfangen: Der Zinseszinseffekt braucht Zeit. Jedes Jahr ohne Einzahlung kostet langfristig Tausende Franken.
    • In Panik verkaufen: Bei einem Börsencrash nicht umschichten. Historisch haben sich Märkte immer erholt – wer aussteigt, realisiert Verluste.
    • Nur ein 3a-Konto: Eröffnen Sie mehrere 3a-Konten (maximal 5 werden steuerlich empfohlen), um bei der Auszahlung die gestaffelte Besteuerung zu nutzen.
    • Kosten ignorieren: Der Unterschied zwischen 0,2% und 1,2% TER wirkt klein, summiert sich aber über Jahrzehnte zu enormen Beträgen.

    Fazit

    Die Säule 3a mit ETFs zu besparen ist für die meisten Personen mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren die renditereichste und kostengünstigste Option. Wählen Sie ein global diversifiziertes Portfolio mit einer Aktienquote, die zu Ihrem Alter und Ihrer Risikotoleranz passt. Achten Sie auf tiefe Gesamtkosten und automatisches Rebalancing. Und vor allem: Fangen Sie an. Der beste Zeitpunkt zum Investieren war vor 20 Jahren – der zweitbeste ist heute.

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