3a Konto oder 3a Depot – Was ist besser?
Die Säule 3a bietet zwei grundlegend verschiedene Anlageformen: das klassische Sparkonto und das Wertschriftendepot. Welche Lösung passt zu Ihrem Alter, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont?
3a-Sparkonto: Sicherheit zum Nulltarif?
Das klassische 3a-Sparkonto funktioniert wie ein normales Bankkonto: Sie zahlen jährlich ein, das Geld wird verzinst und das Kapital ist garantiert. Die Verzinsung liegt aktuell (Stand 2026) bei den meisten Banken zwischen 0,75 % und 1,25 % – nach der Zinswende deutlich besser als in den Nullzinsjahren, aber historisch immer noch tief.
Das Problem: Nach Abzug der Inflation (langfristiger Durchschnitt Schweiz: rund 1 %) bleibt real kaum etwas übrig. Wer über 30 Jahre den 3a-Maximalbetrag auf ein Sparkonto einzahlt, sammelt nominal zwar ein stattliches Guthaben an – real verliert das Geld jedoch an Kaufkraft.
3a-Wertschriftendepot: Rendite mit Risiko
Bei einer Wertschriftenlösung wird Ihr 3a-Guthaben in Fonds oder ETFs investiert – typischerweise in einer Mischung aus Aktien, Obligationen und Immobilien. Der Aktienanteil variiert je nach Strategie:
- Defensiv (20–30 % Aktien): Geringe Schwankungen, moderate Rendite. Historisch rund 2–3 % p.a. nach Kosten.
- Ausgewogen (40–60 % Aktien): Mittlere Schwankungen, solide Rendite. Historisch rund 3–5 % p.a. nach Kosten.
- Aggressiv (80–99 % Aktien): Starke kurzfristige Schwankungen, höchste langfristige Rendite. Historisch rund 5–7 % p.a. nach Kosten.
Merksatz
Bei einem Anlagehorizont von über 15 Jahren hat ein breit diversifiziertes Aktienportfolio historisch noch nie eine negative Rendite erzielt – über alle grösseren Krisen hinweg, inklusive Finanzkrise 2008 und Corona-Crash 2020.
Der grosse Rendite-Vergleich
Nehmen wir an, Sie zahlen ab Alter 25 jährlich den Maximalbetrag von CHF 7'258 in die Säule 3a ein – insgesamt über 40 Jahre bis zur Pensionierung mit 65:
- Sparkonto (1 % Zins): Endguthaben rund CHF 355'000 (davon CHF 290'320 Einzahlungen).
- Depot ausgewogen (4 % Rendite): Endguthaben rund CHF 530'000 – also CHF 175'000 mehr bei identischen Einzahlungen.
- Depot aggressiv (6 % Rendite): Endguthaben rund CHF 710'000 – mehr als das Doppelte des Sparkontos.
Diese Zahlen verdeutlichen den enormen Effekt des Zinseszinses über lange Zeiträume. Selbst bei der ausgewogenen Strategie beträgt der Mehrertrag gegenüber dem Sparkonto über CHF 175'000 – steuerbegünstigt, da 3a-Erträge während der Laufzeit nicht besteuert werden und bei der Auszahlung einem reduzierten Steuersatz (Kapitalleistungssteuer) unterliegen.
Gebühren: Der stille Renditekiller
Bei Wertschriftenlösungen fallen Verwaltungsgebühren (TER – Total Expense Ratio) an. Diese variieren erheblich:
- Klassische Bankfonds: 0,80–1,40 % p.a. – schmälern die Rendite spürbar.
- Digitale 3a-Anbieter (Frankly, VIAC, finpension): 0,39–0,49 % p.a. – deutlich günstiger durch passive Indexfonds (ETFs).
Der Gebührenunterschied von rund 0,5–1 % pro Jahr klingt gering, summiert sich über 30 Jahre aber auf CHF 30'000–60'000. Achten Sie deshalb unbedingt auf die Gesamtkosten – nicht nur auf die Rendite.
Merksatz
Wählen Sie einen 3a-Anbieter mit einer TER unter 0,50 %. Die günstigsten Anbieter sind heute digitale Plattformen wie VIAC, finpension oder Frankly – mit Kosten, die teils ein Drittel der traditionellen Banklösungen betragen.
Welche Lösung für welches Alter?
Die richtige Wahl hängt massgeblich vom Anlagehorizont – also der verbleibenden Zeit bis zum Bezug – ab:
- 25–45 Jahre (20+ Jahre bis Bezug): Wertschriftendepot mit hohem Aktienanteil (60–99 %). Der lange Horizont gleicht Schwankungen aus.
- 45–55 Jahre (10–20 Jahre): Wertschriftendepot mit reduziertem Aktienanteil (40–60 %). Beginnen Sie, das Risiko schrittweise zu senken.
- 55–60 Jahre (5–10 Jahre): Gemischte Strategie – einen Teil auf einem Sparkonto parken (das Konto, das zuerst bezogen wird), den Rest im Depot belassen.
- Ab 60 (unter 5 Jahre): Umschichtung in konservative Anlagen oder Sparkonto. Das Verlustrisiko kurz vor dem Bezug sollte minimiert werden.
Wechsel vom Konto zum Depot – so geht's
Falls Sie bisher ein 3a-Sparkonto hatten und auf ein Depot wechseln möchten: Das ist jederzeit möglich. Sie können Ihr bestehendes 3a-Guthaben zu einem Wertschriftenanbieter transferieren – der Prozess dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Der Transfer ist steuerneutral und kostenlos (der abgebende Anbieter darf keine Transfergebühr erheben).
Wichtig: Sie können pro Anbieter nur ein 3a-Konto oder Depot führen. Für die spätere gestaffelte Auszahlung empfiehlt es sich, Guthaben bei mehreren Anbietern zu halten.
Häufige Fragen
Was ist der grosse Unterschied zwischen 3a-Konto und 3a-Depot?
Ein 3a-Konto ist ein klassisches Sparkonto mit garantiertem Kapital und Zinsen von 0,75–1,25 % (Stand 2026). Ein 3a-Depot investiert Ihr Guthaben in ETFs oder Fonds mit historischen Renditen von 3–7 % p.a. – allerdings mit Wertschwankungen. Über 30 Jahre kann der Unterschied bei Maximaleinzahlungen leicht CHF 100’000–300’000 ausmachen.
Ab welchem Anlagehorizont lohnt sich ein 3a-Wertschriftendepot?
Faustregel: Ab 10–15 Jahren bis zum Bezug ist ein Aktienanteil sinnvoll. Bei einem breit diversifizierten Aktienportfolio gab es historisch über 15 Jahre noch nie eine negative Rendite – auch nicht durch Finanzkrise 2008 oder Corona-Crash 2020. Wer mit 25 startet und mit 65 bezieht, hat 40 Jahre Zeit – ideal für maximalen Aktienanteil von 80–99 %.
Welcher Aktienanteil passt zu welchem Alter?
Bei 25–45 Jahren: 60–99 % Aktien für maximale Rendite. Bei 45–55: 40–60 % – Risiko schrittweise reduzieren. Bei 55–60: gemischte Strategie mit teilweisem Wechsel auf Sparkonto. Ab 60 (unter 5 Jahre bis Bezug): konservative Anlagen oder Sparkonto, um kurz vor der Auszahlung kein Kursrisiko mehr zu tragen.
Wie gross ist die Renditedifferenz über 30 Jahre konkret?
Bei jährlich CHF 7’258 Einzahlung über 40 Jahre erreichen Sie auf einem Sparkonto mit 1 % Zins rund CHF 355’000. Mit einem ausgewogenen Depot (4 % Rendite) sind es ca. CHF 530’000 – also CHF 175’000 mehr. Mit einem aggressiven Depot (6 %) sogar rund CHF 710’000 – mehr als doppelt so viel wie das Sparkonto bei identischen Einzahlungen.
Kann ich vom 3a-Konto auf ein 3a-Depot wechseln?
Ja, jederzeit und steuerneutral. Sie eröffnen bei einem Wertschriftenanbieter (z.B. VIAC, finpension, Frankly) ein 3a-Depot und beauftragen den Übertrag des Guthabens. Der Prozess dauert 2–4 Wochen und ist kostenlos – der bisherige Anbieter darf 2026 keine Transfergebühr verlangen. Pro Anbieter ist nur ein 3a-Konto/Depot möglich.
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